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BarCamp KI

KI an der RWU: Lehrende diskutieren Chancen und Herausforderungen

Teilnehmer des BarCamps zum Thema KI in der Lehre

Anfang Juli fand an der RWU ein BarCamp für Lehrende zum Thema "KI an der RWU" statt. Eingeladen von Prorektor Sebastian Mauser, diskutierten die Teilnehmenden in interaktiven Workshops über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Studium, Lehre und Prüfungen.

 

Kreative Impulse und praxisnahe Diskussionen

Zu Beginn der Veranstaltung präsentierte Prof. Jürgen Graef eine unterhaltsame, von KI illustrierte Erzählung über die fiktive Historie des Bildungsreisen-Unternehmens 'AIR WU', das sein 60-jähriges Bestehen feierte. Anschließend wurden in drei Workshops folgende Fragestellungen intensiv diskutiert:

 

Workshop 1: Neue Kompetenzen für das KI-Zeitalter

In diesem Workshop wurde erörtert, welche neuen Fähigkeiten Studierende im Umgang mit KI benötigen und wie diese in das Curriculum integriert werden können. Ein hochschulweites, überfachliches und verpflichtendes Lehrangebot wurde für das erste Studiensemester präferiert. Das Lehrangebot soll vielfältige Themen behandeln: Begriffsbestimmung von KI, die Funktionsweise moderner KI-Chatbots, den Nutzen für das Studium, den Umgang mit den Tools sowie auch Risiken und ethische Fragen. Als Veranstaltungsform würde sich aus Sicht der Teilnehmer/innen ein digitaler Selbstlernkurs unter Einbeziehung verschiedener Experten der Hochschule anbieten.

 

Workshop 2: KI als Helfer in der Lehre

Hier standen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI im Lehrkontext im Mittelpunkt. Das Ziel des Workshops war, den teilnehmenden Lehrenden Mut zu machen, einen Chatbot wie ChatGPT als „Sparings-PartnerIn“ in der Vorbereitung der Lehre zu nutzen. Durch einen präzise formulierten Prompt ist es möglich, gute Anregungen für die eigene Lehrvorbereitung zu erhalten. Darüber hinaus wurden konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI in der Lehre diskutiert, z.B.: Studierende sollen in Kleingruppen einen Prompt zu einem vorgegebenen Thema erstellen, die Ergebnisse können dann verglichen werden. Aber auch ethische Aspekte des KI-Einsatzes können beleuchtet und damit Grenzen aufgezeigt werden.

 

Workshop 3: Regeln für KI in Prüfungssituationen

Dieser Workshop widmete sich der Frage, welche Regeln für den Einsatz von KI in Prüfungssituationen, insbesondere bei Haus- und Abschlussarbeiten, erforderlich sind. Die Nutzung von KI ist bei unbeaufsichtigten Prüfungsformen unter rechtsstaatlichen Maßstäben kaum überprüfbar. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass Studierende so oder so KI nutzen. Unter dieser schwierigen Ausgangssituation wurden viele gute Vorschläge für die Gestaltung ausgewogener, transparenter und gut umsetzbarer Regelungen erarbeitet. Diese werden im Zentralen Studienausschuss der RWU weiter diskutiert und sollen in eine hochschulweite Richtlinie münden. Die Prüfungsregeln allein sind aber nicht das Wichtigste. Deshalb wurde auch viel über erwartete Kompetenzprofile sowie dazu passende Prüfungsformen, Aufgabenstellungen und Bewertungsmaßstäbe in Zeiten von ChatGPT und Co diskutiert.

 

Konkrete Handlungsempfehlungen für den Lehralltag

Die Ergebnisse des BarCamps werden nun im Laufe des Sommers aufbereitet und allen Lehrenden zur Verfügung gestellt. Das allgemeine Ziel ist es, Lehrenden eine praxisnahe Orientierungshilfe für den Einsatz von KI im Lehralltag zu bieten.